Der Hauptfriedhof Hanau wurde Mitte der 1840er Jahre unter Oberbürgermeister Bernhard Eberhard (1795–1860) angelegt und ab 1846 belegt. Er lag damals weit vor den Toren der Stadt und ersetzte zwei ältere Begräbnisstätten: den Deutschen Friedhof, der sich auf dem heutigen Gelände des Gerichtsgebäudes in der Nussallee befand, sowie den Französischen Friedhof in der heutigen Martin-Luther-Anlage. Ausschlaggebend für die Verlegung waren vor allem hygienische Gründe, da die alten Friedhöfe stadtnah und zudem im Überschwemmungsgebiet der Kinzig lagen.
Zu Beginn umfasste der Hauptfriedhof rund 24 Morgen Land (etwa sechs Hektar). Im Laufe der Jahrzehnte wuchs er deutlich und verfügt heute über eine Fläche von rund 14,2 Hektar mit Platz für etwa 18.000 Grabstätten.
Einen tiefen Einschnitt brachte der Zweite Weltkrieg: Durch die Luftangriffe auf den unmittelbar südlich gelegenen Hanauer Hauptbahnhof, insbesondere die verheerende Bombardierung vom 19. März 1945, wurde ein großer Teil der historischen Substanz des Friedhofs schwer beschädigt. An die Opfer erinnert das 1962 eingeweihte Ehrenfeld: Auf über 4.000 Quadratmetern sind dort mehr als 2.000 Tote bestattet, darunter rund ein Fünftel Soldaten (aus Hanauer Lazaretten, Lazarettzügen und abgestürzten Flugzeugen) sowie zahlreiche Zivilistinnen und Zivilisten, die bei den Luftangriffen ums Leben kamen. Drei große Steinkreuze tragen über 800 Namenstafeln; eine von Bildhauer Krämer geschaffene Steinplatte trägt die Inschrift: „Unsere Liebe findet Euch, wo immer Euer Grab sein möge, in Ost und West, in Süd und Nord, auf dem Grunde der Meere, überall.“
Heute ist der Hauptfriedhof nicht nur Begräbnisstätte, sondern auch ein bedeutender Ort der Erinnerungskultur und des städtischen Kulturerbes Hanaus.